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Kronen Zeitung

vor 4 Stunden
ÖsterreichTunesien

TEST WIRFT FRAGEN AUF

Rangnick: „Spiel hat ein paar Karten neu gemischt“

krone Sport

Nach dem eher blassen Auftritt in Halbzeit eins wussten vor allem die Joker beim 1:0-Testspielsieg gegen Tunesien zu überzeugen. In puncto WM-Startelf hinterließ das Spiel bei ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick Fragezeichen. „Das heutige Spiel hat schon noch ein paar Karten neu gemischt“, meinte der Deutsche nach der Partie.


Wirkliche Freude ist bei Ralf Rangnick am Montag nach dem 1:0 gegen Tunesien im Wiener Happel-Stadion nicht aufgekommen. Österreichs Fußball-Teamchef muss sich nach der siegreichen WM-Generalprobe um die angeschlagenen Christoph Baumgartner und David Alaba sorgen und mit Personalfragen auseinandersetzen, die eigentlich schon erledigt schienen. Doch während nicht alle für die Anfangself gegen Jordanien vorgesehenen Spieler überzeugten, zeigten Kicker aus der zweiten Reihe auf.

Von den eingewechselten Akteuren hob Rangnick Kevin Danso und Marco Friedl, aber vor allem Carney Chukwuemeka und Paul Wanner hervor. „Was die beiden gespielt haben, war nicht so schlecht“, erklärte der Deutsche. „Das heutige Spiel hat schon noch ein paar Karten neu gemischt.“

Bild: GEPA

Rangnick schickte eine Mannschaft aufs Feld, die wohl – abgesehen vom kurzfristigen Baumgartner-Ausfall – in weiten Teilen als Einserformation beim WM-Auftakt gegen Jordanien vorgesehen war. Die Leistung dieser Auswahl ließ jedoch zu wünschen übrig. „In der ersten Hälfte haben wir nicht so gespielt, wie wir es normalerweise können. Vor allem das Passspiel im letzten Drittel war nicht sauber genug. Manchmal haben wir falsche Entscheidungen getroffen, und wir hatten auch bei den Aluminiumtreffern der Tunesier das nötige Glück“, sagte Rangnick.

Zufrieden mit Leistung in zweiter Hälfte
Nach fünf Auswechslungen zur Pause wurde es besser – trotz der Roten Karte für Konrad Laimer (37.), die laut ÖFB-Angaben keine Sperre für die WM nach sich zieht. „Die zweite Hälfte war umso besser. Wir waren mit einem Mann weniger dem zweiten oder dritten Tor näher als Tunesien dem Ausgleich“, betonte Rangnick.

Bild: GEPA

Für Laimers Ausschluss wegen Torraubs hatte der 67-Jährige Verständnis. „Wenn es streng nach dem Regelwerk geht, kann man dafür Rot zeigen.“ Die numerische Schwächung könnte im Hinblick auf die WM Positives bewirken, so Rangnick. „Für mich ist entscheidend, dass Konni (Anm.: Laimer) nicht gesperrt ist. Ansonsten ist es ganz gut, dass wir auf so eine Probe gestellt wurden.“

Bild: Kronen Zeitung

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Schließlich könnte man auch bei der WM in Unterzahl geraten. „Deshalb war es ein richtig guter Test, auch was das Dagegenhalten und die Resilienz betrifft“, meinte Rangnick. Einen weiteren Test wird es nicht geben, weil das in Kalifornien geplant gewesene Spiel gegen Guatemala abgesagt wurde. „Aber ich bin nach wie vor froh, dass es nicht stattfindet. Wir haben heute einen gewissen Preis dafür (Anm.: für das Spiel gegen Tunesien) zahlen müssen“, meinte Rangnick.

Bei Baumgartner „sieht es nicht gut aus“
Baumgartner verspürte beim Aufwärmen einen Stich im Adduktoren-Oberschenkelbereich. „Bei ihm sieht es leider nicht gut aus“, berichtete der Teamchef unmittelbar nach der Partie. Alaba blieb zur Pause in der Kabine. Rangnick: „Er hat muskulär etwas gespürt. Ich hoffe, dass es nur eine Verhärtung ist.“ Klarheit sollte im Laufe des Dienstags bestehen, wenn die Resultate der MRT-Scans vorliegen.

Bild: GEPA

Dafür dürfte die Frage nach dem WM-Einsergoalie geklärt sein. „Alexander Schlager hat es richtig gut gemacht. Man kann davon ausgehen, dass er gegen Jordanien im Tor stehen wird, wenn nichts Außergewöhnliches passiert und alle gesund bleiben“, erklärte Rangnick.

Ansonsten ist nach der Tunesien-Partie noch einiges offen, wie der Deutsche verdeutlichte. „Es gibt weniger Fixposten als noch vor dem Spiel, weil in der zweiten Hälfte einige richtig aufgezeigt haben. Da haben wir super verteidigt, hatten richtig gute Balleroberungen und Umschaltmomente.“

ÖFB-Kicker haben vor Abflug in die USA zwei Tage frei
Der Kampf um die Startplätze am 17. Juni (6 Uhr MESZ) in Santa Clara gegen Jordanien erhielt also eine neue Dynamik, entschieden wird er in den Trainingseinheiten in Goleta bei Santa Barbara. Dort trifft die Mannschaft am Donnerstag ein, davor stehen noch zwei freie Tage auf dem Programm.


Das Video und mehr zu diesem Beitrag gibt es auch auf krone.at.

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